Kurzimpuls zu Christi Himmelfahrt, oder: Was Christi Himmelfahrt mit der Endzeit zu tun hat

Wenn die Apostel mit Jesus zusammen waren, fragten sie ihn immer wieder: „Herr, wirst du Israel jetzt befreien und unser Königreich wiederherstellen?“
„Die Zeit dafür bestimmt allein der Vater“, erwiderte er, „es steht euch nicht zu, sie zu kennen. Aber wenn der Heilige Geist über euch gekommen ist, werdet ihr seine Kraft empfangen. Dann werdet ihr von mir berichten – in Jerusalem, in ganz Judäa, in Samarien, ja bis an die Enden der Erde.“
Nicht lange nachdem er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen in den Himmel aufgehoben und verschwand in einer Wolke. Während sie ihm nachschauten, standen plötzlich zwei weiß gekleidete Männer bei ihnen. Sie sagten: „Männer aus Galiläa, warum steht ihr hier und starrt zum Himmel? Jesus ist von euch fort in den Himmel geholt worden. Eines Tages wird er genauso wiederkommen, wie ihr ihn habt fortgehen sehen!“
(Apostelgeschichte 1,6-11, Neues Leben Bibel)

Der oben stehende Bibeltext war Inhalt des Gottesdienstes, den der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (BEFG) gestern auf seiner Homepage www.baptisten.de ausgestrahlt hat. Danke für den Gottesdienst und die tollen Impulse dort. Seht ihn euch gerne an.

Zunächst fällt mir im Bibeltext der Unterschied der Perspektiven zwischen Jesus und seinen Jüngern auf. Die Jünger denken an Israel, an die Geschichte des eigenen Volkes, an ihr Wohlergehen. Und sie hofften, dass Jesus bald wieder bei ihnen sein wird und sich der Trennungsschmerz in Grenzen hält, den sie gerade erleben – denn das Königreich Gottes wird ja von Jesus aufgerichtet. Wenn er bald zurück ist, können sie wieder mit ihm zusammen sein und sind nicht alleine. Das ist Teil ihrer Hoffnung.

Jesus erteilt ihnen darin aber eine Abfuhr. Uns steht das Wissen nicht zu, wann Gott sein Reich endgültig aufrichtet. Doch in der Zwischenzeit, zwischen dem Abschied von Jesus und seiner Rückkehr, bekommen wir einen Auftrag: von Jesus zu erzählen, nicht nur dort, wo wir sowieso sind, das auch, sondern über unsere eigenen Grenzen hinweg. Jesu Perspektive ist größer als unsere.

Meine Perspektive heute ist oft: „Wie kann ich die Menschen erreichen, mit denen ich mich vor Corona so selbstverständlich treffen konnte?“ Was ist Jesu Perspektive? Sie geht darüber hinaus, über die Grenzen, die ich sehe und die, die ich nicht sehe. Ich möchte mich von Jesus überraschen lassen und bereit sein, meine Grenzen hinter mich zu lassen – wie auch immer das aussehen mag. Die Jünger wussten vorher nicht, was sie erwartet. Ich weiß es auch nicht. Aber ich bin mir sicher: Gott ist dabei, mit seinem Heiligen Geist, den er mir geschenkt hat. Also, los geht’s. Wohin? Wir werden sehen.

Doch nicht nur der Auftrag ist da, auch die Hoffnung: Jesus kommt wirklich wieder. Darauf warten seine Jünger, seit sie sich von Jesus verabschieden mussten. Und gerade dieser Tage höre ich mehrfach Botschaften davon, dass Corona ein Zeichen der Endzeit sei. Doch wird mehrfach in der Bibel darauf hingewiesen, dass Spekulationen über die Endzeit nicht zu unseren Aufgaben gehören. Wir sollen von Jesus erzählen. Spekulationen lenken uns davon nur ab. Außerdem wissen wir nicht, wann Jesus wiederkommt. Das zu wissen steht uns nicht zu, sagt Jesus seinen Jüngern. Lasst euch also nicht von Endzeitpredigern erschrecken, sondern nutzt die Zeit, von der Liebe Gottes erzählen, die durch Jesus zum Anfassen auf die Welt gekommen ist.

Himmelfahrt – Abschied von Jesus? Nur zeitweise. Denn seitdem geht es für uns so richtig los. Keine Angst verbreiten – sondern Liebe. Ich bin gespannt, über welche Grenzen Gott uns führt.

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